Hare Krishna


Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON), auch Hare-Krishna-Bewegung genannt, ist der zeitgenössische Zweig der jahrtausendealten Krishna-Religion. Gegründet wurde die ISKCON 1966 in New York von His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (1896-1977). Shrila Prabhupada, wie ihn seine Schüler nennen, war bereits in Indien als Autor, Sanskrit-Übersetzer und spiritueller Meister tätig gewesen. Er fühlte sich nun berufen, die Lehre Krishnas in englischer Sprache bekannt zu machen. Seit den sechziger Jahren hat sich die Hare-Krishna-Bewegung über ganz Europa ausgebreitet.

ISKCON ist eine kulturelle und religiöse Bewegung, die den Menschen die Möglichkeit bietet, das vedische (Sanskrit Schriften) Wissen kennen zu lernen, zu studieren und praktisch anzuwenden. Diese Schriften enthalten:  Geschichte, Medizin, Architektur, Yoga, Esoterik, Philosophie, Religion usw. 

Die Hare-Krishna-Bewegung  entstand zu einer Zeit übersteigender Industrialisierung. Sie benutzt hinduistische Formen und Begriffe und interpretiert mythische Überlieferungen der Inder für sich, um auch damit den radikalen Bruch mit der eigenen Kultur und Religion zum Ausdruck zu bringen. Die Krishna-Jünger werben, indem sie auf der Straße gratis Literatur, Schallplatten oder Räucherstäbchen anbieten und dafür eine Spende verlangen. Besonders junge Passanten werden in Gespräche verwickelt oder zu vegetarischen Mahlzeiten eingeladen. Von der Umwelt und Familie leben viele Mitglieder als Nonnen und Mönche (Gottgeweihte) isoliert, obwohl sich inzwischen auch eine bürgerlich lebende Anhängerschaft herausbildete.


Das wahre Selbst des Menschen sei seine spirituelle Seele; man glaubt an Reinkarnation und karmische Tun-Ergehens-Zusammenhänge, die über eine Läuterung zur Erlösung aus diesem Kreislauf führen. Nach traditioneller Überlieferung wird das Krishna-Bewusstsein über drei "Pfade der Befreiung" erlangt: 

  • den Pfad der Erkenntnis, das Einswerden mit der verlorengegangenen Harmonie, die die Welt einigen soll
  • den Pfad des Handelns (Mission und Betteln)
  • den Pfad der liebevollen Hingabe an Gott Krishna

Die ISKCON vertritt eine ausgeprägte Karma-Lehre und ein reformiertes Kasten-Denken. 


Noch heute sollte das "Chanten" des bekannten "Hare-Krishna-Mantras"  täglich mindestens 1718 mal erfolgen, um die liebende Beziehung zu Krishna wiederzuerwecken, die durch Sinnesgenuss  und Materialismus verfälscht sei.

Den geweihten Anhängern haben vier Grundprinzipien einzuhalten: 

  • Vegetarische Lebensweise mit totalem Verzicht auf Fleisch, Fisch und Eier
  • Meiden von Drogen, Kaffee, Alkohol und Tabak
  • Ablehnung aller Glücksspiele sowie sog. frivoler Sport- und Spielarten
  • sexuelle Betätigung nur zur Zeugung

     

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