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Die Mun-Bewegung wurde nach dem
Koreakrieg von Sang Myung Mun (1920) gegründet. Mun behauptet, eine
Erscheinung von Jesus gehabt zu haben. Dieser habe ihn beauftragt, seine
unvollendeten Aufgaben fortzuführen und abzuschließen. 1948 wird er von der
koreanischen Kirche ausgeschlossen und kommt nach dem Koreakrieg nach Südkorea.
Über Japan und die USA gewinnt er schnell Mitglieder. Im März 1960
heiratet er seine Schülerin Hak-Ja Han. Diese Hochzeit wird von ihm als die
prophezeite "Heilige Hochzeit" des Lammes der
Johannesapokalypse(19,6-10) interpretiert. Er bezeichnet sich und seine Frau als
das wahre "Elternpaar des Universums", die vollkommene Familie auf
Erden.
Die dem 25jährigen Mun offenbarten
"Göttlichen Prinzipien" wurden von Yee Hye Wen, einem Mitarbeiter
Muns, 1957 niedergeschrieben. Diese Schriften bilden die Grundlage der
Mun-Religion.
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Mun sieht sich selbst als Messias, der von Gott gesandt wurde, um die Menschen
zu erlösen. Er glaubt, dass nach der Wiedervereinigung Koreas, das neue Korea
das dritte Israel sein wird, von dem das Reich Gottes ausgehen wird. Koreanisch
wird die Sprache dieses neuen Weltreiches sein. Die Aufgabe des von Gott
gesandten Messias ist es , die drei Segnungen zu erfüllen:
- Einssein mit Gott
- Gründung einer sündlosen Familie
- Errichtung des Gottesreiches
Als erstes sündenfreies Elternpaar ist
Mun der Ansicht, die Segnungen Gottes erhalten zu haben. Diese Segnungen gibt er
an seine Jünger weiter.
Aufmerksamkeit erlangte die Sekte durch ihre Massenhochzeiten. Dabei geht es
weniger nur um ein Eheschließungsritual der Ehepartner, sondern um die
Anbindung an die Sekte. In Propaganda-Broschüren wird damit geprotzt, dass sich
allein auf den Philippinen über 40.000 Paare da Ja-Wort gegeben hätten, um
sich der Kirche anzuschließen. Oft lernen sich die Paare erst während der
Zeremonie kennen. Es ist also eine "prima Methode" für schmachtende
Singles, die Partnerschaftslosigkeit zu überwinden: sie verpflichten
sich einfach, die Partnerauswahl durch das Ehepaar Mun zu akzeptieren. Das
wurde auch schon via Satellit um den ganzen Globus praktiziert. Was aus solchen
"Ehen" wurde, hat danach weniger Öffentlichkeit.
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Mun verband seine "gesegnete" Berufung stets mit einem
apokalyptischen Antikommunismus und forderte den dritten Weltkrieg: "Der Sieg der himmlischen
Seiten in diesem dritten Weltkrieg wird die Errichtung der idealen,
ursprünglich geplanten Welt ermöglichen. Für diesen Krieg müssen
alle Mitglieder unter Einsatz ihres Lebens kämpfen. Die Welt ist das
Ziel. Wir können nicht hilflose Opfer der kommunistischen Welt sein.
Wenn die Zeit kommt, um die satanischen Kräfte zu bekämpfen, dann
werde ich nicht zögern, Chefkommandant der himmlischen Truppen zu
werden."
Dieser Aufforderung zum Streit
für den Krieg kamen seine Anhänger tatsächlich nach. Beispielsweise
erinnere ich mich an an einen Auftritt der Mun-Sekte an der Freien
Universität Berlin in der "Silberlaube". Zunächst wurden
Broschüren verteilt und die Studenten an den Büchertischen linker und
grüner Studentengruppen fotografiert, dann mit fanatischer Gewalt
angriffen, als gelte es den "Leibhaftigen" anzugehen. Sie
wurden aber rasch durch einen Polizeieinsatz ernüchtert - und ihr
kleiner "3. Weltkrieg" war zumindest mal an der Uni beendet.
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