OSHO-BEWEGUNG

Ein Rolls Royce ist für spirituelles Wachstum das Beste. (OSHO)


Im Jahre 1974 gründete der Inder Rajneesh Chandra Mohan (1931 - 1990) mit dem Ashram in Poona (Indien) die Neo-Sannyas-Bewegung, auch bekannt als Bhagwan- oder Osho-Bewegung.

Mohan studierte Philosophie und  schloss das Studium als Magister ab. Er lehrte 9  Jahre lang Philosophie an der Universität von Jabalpur. Nach eigenen Angaben fand er 1953 zur Erleuchtung.  Er sammelte Schüler um sich, zog 1974 nach Poona. Ein großer Teil seiner Anhänger bestand aus jungen Intellektuellen aus dem Westen. Mohan ließ sich "Bhagwan" (der Göttliche) nennen.
Auf der Flucht vor Gegnern und indischen Steuerbehörden ging Mohan 1981 nach Oregon (USA), um mit seinen Anhängern Rajneeshpuram, die Stadt der neuen Menschen zu errichten, die allerdings zunehmend totalitäre Züge annahm. 1985 aus den USA ausgewiesen, kehrte er 1987 nach Poona zurück.

1988 legte
Mohan den Titel "Bhagwan" ab - nun sei "Schluss mit dem Joke", ließ sich aber 1989 "Buddha" (Sanskrit: "der Erleuchtete") nennen. Seine Anhängerschaft war ohne Verherrlichung des Sekten-Chefs offenbar nicht glücklich. Schließlich einigte man sie auf die altjapanischen Ehrenbezeichnung "Osho" (ehrwürdiger Meister).

Mohan starb 1990. Seither wird die Bewegung von einem Kollektiv geführt.


Die Osho-Bewegung versteht sich - bis auf die kurze Phase in Oregon, in der man eine Religion begründen wollte - als eine spirituelle Bewegung.

Mohan hat sich nie zu einem bestimmten Glauben bekannt. Die Widersprüche in den Gedanken als "Ergänzungen", die Unverbindlichkeit als Weg zur Freiheit, damit auch aus seinen Lehren keine Philosophie entstehen solle. 
Er verbindet alle ihm bekannten religiösen und philosophischen Traditionen und verweist mit den Worten fast aller mystischer Meister der Vergangenheit auf eigenes Erleben. Er hielt über viele Jahre hinweg tägliche Reden, die veröffentlicht wurden; entscheidende Themen waren Liebe, Sexualität, Meditation. Sexualität galt als Weg zur Erleuchtung.
Mohan  findet sogar dort noch bedingungslose Zustimmung und begeisterten Applaus, wo er seine eigenen Schüler offenkundig an der Nase herumführt und Werte wie Treue, Familie und Beruf als Zeichen der Unfreiheit deutet. 

Zitat:
"Die Erfahrungen in den therapeutischen Gruppen und die Tanzmeditation sollen nun die blockierten Energien lockern, aufgestaute Aggressionen und Sexualität freisetzen und dadurch Selbsterfahrung und Bewusstheit  ermöglichen. Der Mensch müsse sich jedoch zuerst so akzeptieren, wie er ist. Schlechtes Gewissen, Sünde und Vergebungsbedürftigkeit seien nur von der Gesellschaft aufgezwungene Vorstellungen, die überwunden werden müssten. Das "Ego" müsse zertrümmert und der Versuch aufgegeben werden, das Leben vom Kopf, von erdachten Vorstellungen ("mind") her zu führen."


Die bewusste Widersprüchlichkeit sowie Verbindung östlicher Spiritualität mit westlicher Psychotherapie hat viele fasziniert und will zu tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit führen. Das Angebot reicht von Therapie- und Meditationsformen über alternative Heilweisen, musische Disziplinen, östliche Selbstverteidigungsmethoden bis hin zu esoterischen und magischen Praktiken. - Sannyasins haben auch verschiedene Wirtschaftsbetriebe (z. B. Discos, Restaurants) gegründet. Die Mitglieder  verstehen ihren Weg als Einweihung in die Freiheit. Allerdings führt diese Lebensweise ("ganz entspannt im Hier und Jetzt") viele in extreme Hörigkeit. Treue gilt für den Schüler nur gegenüber dem Meister,  angeblich als Weg zu radikaler, individualistischer Selbstverwirklichung.

Eigene Erfahrungen:

Zu Beginn der Achtziger Jahre fanden die Sannyasins besonders in Berlin (West) Verbreitung. Angeblich waren es 20.000 und tatsächlich im Stadtbild unübersehbar. Überall fielen sie mit ihren orangenen Outfits oder mindestens ihren Holzperlen-Kettchen auf, an dem das Bildnis ihres bärtig-smilenden Gurus baumelte. Auch in trüben Jahreszeiten dieser damals noch recht runtergekommenen Großstadt sorgte das Orange und ihr "spirituelles Lächeln" für ein gewisses Amüsement für die Ureinwohner, denn die Bhagwan-Klientel waren überwiegend aus westdeutschen Kleinstädten zugewanderte Studentengenerationen, die ihre Weltoffenheit durch den Mix aus "indischer Spiritualität" und "westlicher Freizügigkeit" zu praktizieren versuchten.

Ein Freund und Nachbar von mir fand über eine Sannyasin endlich zu sexuellen Erfahrungen, die ihm, weil zu lieb und schüchtern oder wohl auch zu verklemmt, bis knapp vor dem Examen vorenthalten waren. Seine Einzimmerwohnung war rasch umgebaut. Eine breite Matratze inmitten auf den Dielen und jede Menge Räucherstäbchen im Einsatz.

Meine Gegenpropaganda, dass unser Engagement gegen die Mittelstreckenraketen wichtiger sei, war zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, denn seine erste Liebe war ihm nun wirklich attraktiver als die politische Rangelei. Seine Flamme hieß eigentlich Petra, aber nun sie bestand darauf, nun mit ihrem spirituellen Namen angesprochen zu werden. Ich erinnere ihn nicht mehr, denn ich blieb hartnäckig beim "Petra", obwohl sie mir anbot, mich "Marx" oder "Engels" zu nennen:-), aber es entsprach nun mal auch nicht meinem Menschenbild, die Identität wechseln zu müssen. Andererseits sollte man solche Sichtweisen auch nicht überbewerten. Ob sie heute wieder "Petra" heißt? Keine Ahnung. 

Und "philosophisch"? Im Grunde genommen ist es einfach nur, dass sich Muhan Gedanken zusammentrug und machte, die selbstdenkenden Menschen mit etwas Interesse für die Ideengeschichte über die Tagesschau-Nachrichten hinaus geläufig sein könnten, also Neigung zur Denkfaulheit haben und durch den Dauerkonsum von Guru-Gedanken eigene Langweiligkeit zu kompensieren und sich in ihren ritualisierten "Zusammenhängen" weltentfremden bzw. versuchen, der Welt zu entkommen.
Wenn man ihnen die Guru-Hörigkeit vorhielt, kam es zum typisch sektenförmigen Reflex, dass "Oshan" insbesondere solche Haltung seiner Anhänger sehr massiv kritisierte, aber merken nicht, dass sie auch in dieser Entgegnung wieder die Gedanken des Gurus bemühten und sich ihr Guru in seiner Kritik an ihnen recht gut darauf verlassen konnte, dass sie nichts bewirkte.  
 

    

Wikipedia: Osho

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