Zeugen Jehovas

 

Die Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft - ursprünglich "Ernste Bibelforscher" - wurde 1881 in den USA von Charles Taze Russel (1852-1916) gegründet. 1931 nahm sie den Namen "Jehovas Zeugen" an. Sie geht vom alttestamentlichen Gottesbild aus und lehnt die Lehre von der Dreieinigkeit ab. Die Bibel wird strengstens wörtlich genommen, die Evolutionstheorie wird von den Zeugen kategorisch abgelehnt.

Jede andere Kirche wird als Organisation Satans, als "Hure Babylon" und als Erzfeind betrachtet. Ebenso gilt der Staat als Teil des "satanischen Systems". Die Zeugen Jehovas nehmen den Besitz der christlichen Wahrheit für sich allein in Anspruch.

 

 

Die Zeugen Jehovas sind streng hierarchisch gegliedert. Die Sektenführung in New York duldet keinen Widerspruch. Deren Meinung wird streng doktrinär und autoritär an die unteren Ebenen weitergegeben. Die Mitglieder werden zur besseren Kontrolle von ihrem sozialen Umfeld abgeschottet. Der Umgang mit Personen außerhalb der Gemeinde ist nicht gern gesehen. Das Leben der Zeugen ist fast ausschließlich auf die Sekte beschränkt. Das Führungsmittel der Sektenführung ist in erster Linie Angst. Es wird mit der ewigen Verdammnis gedroht oder mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft, da keine soziale Bindung außerhalb der Sekte besteht, ist ein solcher Ausschluss von den Zeugen sehr gefürchtet. 

Die Züchtigung von Kindern ist für die Zeugen übrigens ein Gebot Gottes. 

 

 

Die Zeugen Jehovas glauben an eine bald stattfindende Apokalypse, das sogenannte Harmageddon. Die einzigen Überlebenden dieser Endschlacht werden die Zeugen Jehovas sein. Nach dem Gott nun die Herrschaft übernommen hat, entsteht eine Zwei-Klassengesellschaft unter den Überlebenden. 144000 geistgesalbte Wesen werden mit Christus in seinem himmlischen Königreich als Könige regieren, der Rest der Zeugen muss sich mit einem Leben auf der neuen Erde begnügen.

 

 

Jeder Zeuge Jehovas ist zur Mission verpflichtet und wird als "Verkünder" bezeichnet. Die Verkündigung dieser Wahrheiten ist die wichtigste Glaubenspflicht. Diese wird entweder durch den Predigtdienst von Haus zu Haus erfüllt oder durch das Stehen auf belebten Straßen mit dem "Wachturm"  in der Hand. Obligat ist auch die Teilnahme an den jährlichen Kongressen. 

Die Beschäftigung mit weltlichen Dingen wird von den Zeugen nicht gern gesehen. Politik, Sport, Hobbys oder moderne Musik sind verpönt. Sowohl religiöse Feste (beispielsweise Weihnachten, Ostern) als auch persönliche (z.B. Geburtstag) oder staatliche Feiern werden abgelehnt. Sie mussten bis vor kurzem nicht nur den Wehrdienst, sondern auch den Ersatzdienst verweigern und durften nicht aktiv an politischen Wahlen teilnehmen. Beide Vorschriften wurden kürzlich aufgehoben und die Entscheidung dem Gewissen der Einzelnen überlassen.

Als gefährlich zu bewerten ist der Verbot von Bluttransfusionen, hier wird entgegen medizinischer Möglichkeiten der Tod eines Mitglieds in Kauf genommen.